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live 20130619 0001Die Metalfest-Tournee wurde deutlich abgespeckt. In Deutschland ist von den beiden Metalfesten nur das im Westen, auf der schönen Loreley, geblieben. Das freut uns natürlich, denn das hält die Anfahrt kurz. Aber auch, was die Anzahl der spielenden Bands angeht, hat man deutlich zurückgeschraubt, denn in diesem Jahr gibt es nur noch eine Bühne und entsprechend weniger Bands. Der Preis ist dagegen nahezu gleich geblieben. Ob es daran lag, daß (zumindest vom Eindruck her) weniger Zuschauer da waren als letztes Jahr?

Wie auch immer, wir sind wieder mit am Start, in diesem Jahr schon mittwochabends, und schauen mal, was das Festival so bringt und ob die Kritikpunkte, die im letzten Jahr angesprochen wurden, auch berücksichtigt wurden. Als erstes fällt auf, daß der Dusch- und Toilettenbereich um etwa die doppelte Fläche vergrößert wurde, wobei aber deutlich mehr Duschen und Toiletten zur Verfügung stehen. Es sind alles Einzelkabinen mit eigenem Waschbecken, so daß man auf die Trennung von Männlein und Weiblein mal getrost einen lassen kann und sich so die Warteschlangen und damit auch die Wartezeiten insbesondere beim Duschen erheblich verkürzen.

Auch an der Bändchenausgabe steht der gemeine Festivalbesucher nicht wie im letzten Jahr drei oder vier Stunden, sondern nur 10 bis 15 Minuten an. Absolut ok. Hier hat sich also viel getan. Der Zugangsbereich zum Festival erscheint etwas unterdimensioniert, andererseits habe ich hier aber auch nie länger als 2, 3 Minuten gebraucht (ich weiß allerdings nicht, wie es vor den Headlinern hier aussah). Der Stand, an dem es die Festivalshirts und Merchandise der auftretenden Bands gibt, liegt ziemlich versteckt, den hätte man etwas auffälliger gestalten können.

Die Essens-und Getränkestände sind zum Teil die gleichen wie im letzten Jahr, da weiß man schon mal, was man essen kann. Die Preise für Essen und Getränke sind auch gleich geblieben, sofern ich mich nicht täusche. Dafür gibt es dieses Jahr für alle Festivalbesucher Zugang zu den Panoramaterrassen, was ja auch nett ist. Ob es einen eigenen Pressebereich gab, weiß ich nicht. Ich habe nicht gefragt, ich habe aber auch keinen gesehen. Irgendwie wäre es nett, wenn man die Pressevertreter darauf hinweist, sollte es einen geben. Denn planlos war die Security auch in diesem Jahr teilweise.

Aber das stellen wir jetzt mal hinten an, denn nun betritt die erste Band die Bühne (deren Streben nun hübsch schwarz gestrichen sind und nicht mehr babyblau wie im letzten Jahr). (Anne)

Ich freute mich wirklich auf dieses Festival - wirklich. Ich bin sogar, weil ich vorher noch nie an der Loreley war, mit der ganzen Familie zum Ende meines Urlaubes im Frühjahr nach St. Goarshausen gefahren um die Gegend zu erkunden. Wir setzten mit der Fähre über und fuhren hinauf zur Freilichtbühne. Als ich dann am Zaun stand und die Stufen mit der Bühne erblickte, war es um mich geschehen. Es stand sofort für mich fest: das wird ein großartiges Festival. Allein schon wegen der sagenhaften Gegend.

Als die Zeit des Festivals gekommen war und wir dann am ersten Tag, einem Donnerstag, morgens los wollten, drehte erstmal die Arbeitsstelle meiner Frau der Planung eine Nase. So konnten wir erst gegen halb Elf auf die Autobahn Richtung Loreley aufbrechen. Das Wetter versprach den Ansprüchen für ein Festival zu genügen. Nur vereinzelt sollten ein paar Schauer für Abkühlung sorgen. Auf der Autobahn in Höhe Mainz blieben wir wegen einem dieser Schauer dann auch fast stehen, weil wir nichts mehr außer einer Regenwand sahen. Gerade zu dieser Zeit waren vermutlich gerade KISSIN' DYNAMITE auf der Bühne. Nun gut, dachte ich mir, wird auf der Loreley wohl nicht so schlimm sein. Falsch gedacht, wie mir Anne später zu verstehen gab, denn als sie mich bat einmal an ihrer Hose auf Tuchfühlung zu gehen, merkte ich, dass sie mit der Hose womöglich auch gebadet haben könnte.
Zurück zur Fahrt: Als wir in der Nähe von St. Goarshausen in einen Stau gerieten, regnete es abermals in Strömen, so dass sich die Straße in einen Bach verwandelte und die Hänge ringsum in Wasserfälle.

Endlich im Hotel angekommen, beeilten wir uns auf die Fähre zu kommen. Wenn man es eilig hat, kommt einem alles doppelt so lange vor. Das Personal ließ sich durch meine hektischen Bewegungen nicht aus der Ruhe bringen. Als wir am Parkplatz am Festivalgelände ankamen, war ich sehr erstaunt wie weit wir noch von eigentlichen Gelände entfernt in eine Wiese gewinkt wurden. Der jetzt schon schlammige Weg ließ mich zweifeln, ob wir da nachts problemlos herausfahren können. Jedoch winkten uns freundliche Helfer in streng angeordnete Reihen mit der Schnauze zum nächstmöglichen Weg. Ich war trotzdem misstrauisch, ob der Weg bei noch mehr Regen nicht eine Schlammwüste wird.

Der Weg Richtung Gelände führte dann über eine geschotterte Piste und plötzlich stand ich vor einem Zaun. Es führte kein direkter Weg über den Zeltplatz, was mich doch sehr wunderte. Es war auch nicht erkennbar, wie man laufen sollte um nicht über den Zeltplatz zu stolpern, denn mitten in diesem Areal war auch noch ein Getreidefeld. Also, stolperten wir zwischen den Zelten durch und suchten den Weg zum Kassenhäuschen.

Dort angekommen, blickten wir auf eine mächtige Schlange von Besuchern, die dort anstanden. Meine Frau nahm schonmal Platz in der Reihe und ich trabte zum Akkreditierungshäuslein. Die nette Dame stattete mich mit Bändchen und Umhänger aus - innerhalb einer Minute, und anschließend stand ich dann ca. eine halbe Stunde in der Warteschlange, bis wir das Zelt erreichten. Ich finde das deutlich zu lange! Im Zelt gab es im Tausch gegen die Eintrittskarte ein Bändchen und je nachdem ob man auch zeltete, einen blauen Müllsack, den ein Helfer umständlich von der Rolle riss.

Endlich raus aus dem Zelt ging es durch eine matschige Wiese Richtung Haupteingang. An diesem ging es zügig voran. Allerdings herrschte bei der Crew Unklarheit, ob Besucher mit einer Akkreditierung nun durchsucht werden sollten oder nicht. Ich wurde es nicht und so ging es schnellen Schrittes in Richtung Amphitheater, in dem gerade WITCHCRAFT die letzten Songs spielten. Ich stürzte nach vorne und stand erstmal im kleinen Rund vor der Bühne um mich zu orientieren. Telefonate waren wegen der Lautstärke nicht möglich und schnelle SMS-Chats schieden wegen der allgemeinen Hektik ebenfalls aus. Anne saß in der rechten Hälfte und sah etwas mitgenommen aus. Die Ereignisse in ihrer Version des Berichtes habe ich ja schon teilweise angeschnitten. Die Hose war tatsächlich pitschnass und Anne tropfte, obwohl der Regen schon etwas länger vorüber war. Wir gingen unseren Festivalplan noch mal durch. Da ich ja eh viel zu spät dran war, übernahm Anne auch noch "EQUILIBRIUM" die auch gleich loslegten. (Andreas)


KISSIN‘ DYNAMITE
Eröffnet wird das diesjährige Metalfest von KISSIN‘ DYNAMITE. Kenne ich nur vom Namen her, aber man will sich ja weiterbilden. Noch auf dem Campingplatz sieht man die dunklen Wolken schon auf einen zukommen, also wird die Regenjacke eingepackt. Wir sind ja nicht aus Zucker. Kurz vorm Auftritt der Band beginnt es zu tröpfeln, so daß ich die Kamera lieber eintüte. Und während die Band die ersten Songs zockt, beginnt es dann richtig zu regnen (nein, ich glaube, man nennt es: aus Eimern gießen). Doch die Jungs sind echt nett und stellen sich gerne auch mal zu den Zuschauern in den Regen, Sänger Hannes opfert gar seine Glamrockhaarsprayfönfrisur, die dem Nass nur wenige Songs lang standhält. Denn Hannes sucht permanent die Nähe des Publikums, hält sich fast mehr auf dem Steg als auf der eigentlichen Bühne auf und post als ob es kein Morgen gäbe. Der Rest der Band versucht es ihm gleich zu tun, gerade Gitarrist Jim wagt sich immer mal wieder nach vorne. Zu „I Will Be King“ werden dann noch Zepter und Nerzmantel spazieren geführt, auch sie müssen in den Regen. Bei so viel Nässe läßt auch die erste Panne nicht auf sich warten und nach „Operation Supernova“ ist erst mal der Strom weg. Die Zwangspause wird vom Gitarristen überbrückt, der die Zuschauer dann eben über die Monitorboxen mit einem Solo versorgt. Ein Wunder ist es nicht, daß die PA die Biege gemacht hat, denn mittlerweile schüttet es so, daß man einfach überall nass ist. Bis auf die Unterwäsche. Und man den ganzen Rest des Tages benötigt, um wieder trocken zu werden. Aber: Das war es wert. KISSIN‘ DYNAMITE sind eine fantastische Liveband, die es schafft nicht nur ihre Fans, sondern auch viele Leute, die gar nichts von der Band kannten, bei diesem Sauwetter nicht nur bei der Stange zu halten sondern auch so zu begeistern, daß die trotz des Regens auch noch eine Zugabe wollen. Genial. Das müssen die nachfolgenden Bands jetzt erst mal toppen. (Anne)

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FEUERSCHWANZ
Ob das der Mittelalterklamauktruppe FEUERSCHWANZ gelingen kann? Sie haben auf jeden Fall mal ganz schön viele Fans mitgebracht. Letztes Jahr noch im Zelt, dieses Jahr auf der großen Showbühne. Und ich hab‘ Angst. Vor allem vor den Miezen. Und vor den Pseudonymen der einzelnen Mitglieder, z.B. Johanna von der Vögelweide. Wie sagt ein Kumpel so treffend? „Ballermann-Mittelalter“. Das muß man wohl schon mögen. Nichtsdestotrotz können FEUERSCHWANZ (Mittelalter trifft Discokugel) viele Leute vor die Bühne ziehen. Kein Wunder – es hat aufgehört zu regnen und sie haben nur leicht bekleidete Miezen, die die Zuschauer zusätzlich anheizen. Dazu kommen Songs mit Namen wie „Hurra hurra die Pest ist da“ (ist das eigentlich ein Heinz-Erhardt-Gedächtnissong?), „Metnotstand im Märchenland“ und „Met und Miezen“. Da kommt so richtig Stimmung auf im Amphitheater. Und die Musik an sich ist bei genauerer Betrachtung ja eigentlich auch gar nicht schlecht. Ich bin dagegen auch heute nicht mit FEUERSCHWANZ warm geworden. Immerhin haben sie dieses Jahr ihre spritzenden Dildolanzen zu Hause gelassen. Das Publikum indes fordert noch eine Zugabe, aber die ist für die zweite Band des Tages nicht drin. (Anne)

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WITCHCRAFT
Die Schweden von WITCHCRAFT sind die erste Band des Festivals, bei denen es etwas ernsthafter zugeht. Und sie sind verwirrt. Zumindest Sänger Magnus Pelander, der mit dem Amphitheater nicht zurechtkommt, denn er ist es gewöhnt, daß er zu den Zuschauern hinabsieht und nicht sie zu ihm. Vielleicht ist das auch ein Grund, warum der Fünfer eher etwas steif wirkt. Auch die Musik ist eher gediegen, aber das kommt einem jetzt gerade recht. Äußerst angenehm geht die Musik ins Ohr, man wippt locker mit. Man kann die Augen schließen und sich in den Melodien verlieren – viel zu sehen gibt es auf der Bühne ja nun nicht gerade. Nichtsdestotrotz können die Schweden durchaus lustig sein, wenn zum Beispiel Ansagen kommen, die uns mitteilen, daß das nächste Stück ein schnelleres sein wird, immerhin sei Deutschland ja die Heimat des Speed Metals. Songs wie „Wooden Cross (I Can’t Wake The Dead)“ oder „If Crimson Was Your Colour“ (das ist der „Speed Metal Song“) gehen ins Ohr und machen richtig Spaß. WITCHCRAFT sind eine feine Band und ich bin mal gespannt, was man in Zukunft noch so von der Truppe hören wird. (Anne)

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EQUILIBRIUM
Woher EQUILIBRIUM die vielen Fans nehmen, ist mir nach wie vor ein Rätsel. Ich meine, ich fand die Band selber zu Beginn ihrer Karriere richtig gut. Die Demo und das erste Album habe ich geliebt. Aber was danach kam fand‘ ich nicht mehr so prickelnd. Schon „Sagas“ mit seinen Sambarythmen und übertriebenem Panflöteneinsatz hat mich so verstört, daß ich mir das letzte Album „Rekreatur“ gar nicht erst angehört habe. Da waren mir schon Titel und Artwork Abschreckung genug. Das muß aber nicht heißen, daß die Band auch live schrecklich ist (wahrscheinlich kommen daher die ganzen Fans) und so sehe ich mir das dann doch mal wieder an. In der Vergangenheit mochte ich die Band auch live nicht mehr so besonders. Zu oft wurde insbesondere die Drummerposition ausgetauscht, dann gab es mal Auftritte mit Drumcomputer und irgendwie was das alles etwas seltsam. Vom aktuellen Album wird erstaunlicherweise auch kein einziger Song gespielt, man beschränkt sich auf die ersten beiden. Auf die Bandhymne „Met“ kann dabei natürlich nicht verzichtet werden, obwohl ich sagen muß, daß einem der Song schon auf den Geist gehen kann, wenn man ihn öfter hören muß. Dafür freue ich mich aber über „Unter der Eiche“ und „Wingthors Hammer“ ganz besonders. Und eigentlich ist der Auftritt auch ziemlich gut. Der (nicht mehr ganz so) neue Sänger Robert Dahn (der T-Shirt und Haare farblich passend aufeinander abgestimmt hat) kommt sehr sympathisch rüber und kann die Fans ohne Probleme mitreißen. Die längeren Pausen, die es aufgrund technischer Probleme immer mal wieder zwischen den Songs gibt, überbrückt er mit witzigen Ansagen. Und mit seinem Charme schafft er es dann auch ganz gewieft, die der Band eigentlich zustehende Spielzeit um einige Minuten zu überziehen, um auch noch „Unbesiegt“ in der Setlist unterzubringen. Und da sind sie wieder, die nervigen Sambarythmen. Jetzt weiß ich wieder, warum ich mir die Band jahrelang nicht mehr angesehen habe. Gruselig (erstaunlicherweise kommt der Song aber mit am besten beim Publikum an. Wohl alles „Samba de Janeiro“-Fans...) Aber sonst nicht zu verachten. (Anne)

Setlist EQUILIBRIUM:
-
Heimwärts
Unter der Eiche
Wingthors Hammer
Blut im Auge
Met
Unbesiegt

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SIX FEET UNDER

Technische Probleme verzögern zunächst den Beginn der Show von SIX FEET UNDER. Die Band kämpft sich durch die ersten beiden Songs im Set. Der Gesang ist erst kaum zu hören. Während des ersten Songs bessert es sich jedoch. Chris Barnes wirkt gut aufgelegt und sucht schnell den Kontakt mit den Fans vor der Bühne. Er läuft soweit auf den Steg, wie es die Länge des Mikrofonkabels zuließ. Warum ein Stagehand nicht sofort beispringt um "Leine" zu geben blieb mir ein Rätsel. So wirkt Chris wie ein wütender Hund an der Kette. Chris Barnes schießt sich mit seinem Zeigefinger ein Loch in die Backe, während er sich über den Jubel der tosenden Menge freut.
Zu "Victim Of The Pananoid" wirkt er wie besoffen und benebelt. Fragt sich ob durch die geile Show oder den vorher konsumierten Pot. In seiner Bewegungsfreiheit durch die Dreadlocks gehemmt wirkt er als hätte er Schmerzen. Trotz der scheinbaren Abwesenheit und der oft nach oben verdrehten Augen befindet er: "I fucking love you, Germany!". Öfters erkundigt er sich nach dem Wohlbefinden aller: "You guys still alive out there?" Nachdem er lachend den Typ mit der Pferdemaske ("or a unicorn or something") entdeckt hatte, befindet er  "fuck you unicorn" und kündigt den Song "Deathklaat" an. Anschließend meint er, es komme ihm vor als wäre es früh am Morgen und er hätte schon Jägermeister gehabt und einen schönen dicken Joint. So wirkt er auch überwiegend: stark benebelt. Ein Wunder, dass er die energetische Show ohne Durchhänger übersteht. Sehr lustig ist die Tatsache, dass er oft seinen eigenen Kopfteppich im Mund hat und munter weiter grunzt. Den Fans gefällts jedenfalls und SIX FEET UNDER werden mehr als einmal abgefeiert. Die Songsauswahl ist eher ein grober Querschnitt durch den Backkatalog und lässt somit einige Wünsche offen, denn der Fokus liegt eher auf Material vom "Haunted"-Album. Die fast neue Band in Chris' Rücken spielt hervorragend zusammen und lässt schnell den Wunsch nach mehr aufkommen. Schade, dass fast nur die Hälfte der Zuschauer, die noch bei EQUILIBRIUM vor der Bühne standen, die Band unterstützten. SIX FEET UNDER schließen ihr Set leider schon nach knapp vierzig Minuten (was wohl den technischen Problemen anzulasten war, die Band hätte wohl noch länger gewollt, aber die Zeitverzögerung wurde ihnen nicht gutgeschrieben) fast schon traditionell mit dem CANNIBAL CORPSE-Klassiker "Hammer Smashed Face".
Was mich etwas gestört hat waren der zu basslastige Sound und der völlige Verzicht auf neue Songs. Insgesamt aber ein ordentlicher Auftritt der positiv im Gedächnis haften blieb. (Andreas)

Setlist SIX FEET UNDER:
Silent Violence
Revenge Of The Zombie
No Warning Shot
Feasting On The Blood Of The Insane
Victim of the Paranoid
Human Target
Deathklaat
The Day The Dead Walked
Torn The The Bone
Beneath A Black Sky
Hammer Smashed Face

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PARADISE LOST
Während dem Umbau zum Auftritt von PARADISE LOST bekommt der Steg plötzlich eine weiße Umrandung geklebt. Scheinbar hat man gemerkt, dass man den Steg bei Sonnenlicht nicht wirklich vom Steinboden unterscheiden kann. Es wird mehr Licht dazugestellt und ein PARADISE LOST Backdrop aufgehängt.
Schön zu sehen wie die Musiker hinter der Bühne herumlaufen. Gregor trägt gemächlich seine Axt hinter sein Rack und hängt sich diese dort routiniert um. Als Intro läuft "Desolate", was mein schwaches Herz hüpfen lässt, denn die Band feiert in diesem Jahr ihr 25-jähriges Jubiläum und ich erwartet zahlreiche Songs aus den Anfängen der Band. Der Sond ist recht "rumpelig" und die Band knallt mit "Widow" durch ihren ersten Song. Ich habe ja immer Angst, dass Nick Holmes den Gesang verkackt, so wie ich es in der Vergangenheit schon oft erleben durfte, aber ich werde erst einmal nicht enttäuscht. Vor "Erased" erkundigt sich Nick ob die Leute denn genug Sonnenchreme hätten. Sehr lustig, das Ganze. Der Song vom umstrittenen "Symbol Of Life"-Album fügt sich mittlerweile gut ins Set ein und wird von den Fans abgefeiert. Überhaupt rockt sich die Band bemerkenswert durch ihr Set. Sie lässt sich vom Enthusiasmus der Fans anstecken und lässt einen Knallersong nach dem anderen im Amphitheater wiederhallen. Einziger Durchhänger, wie ich finde, stellt "In This We Dwell" dar, wobei das wohl eher daran liegt, das der Song noch nicht so in den Köpfen sitzt. Was dann folgt, hätte ich in meinen kühnsten Träumen nicht erwartet: ich weine vor Freude. Als die Band "Pity The Sadness" anstimmt, kocht die Stimmung über. Die Band gibt den Song fast originalgetreu wieder. So gut habe ich PARADISE LOST schon lange nicht mehr erlebt. Mit "As I Die" bedienen sie abermals die Fans, auch wenn dieser Song für die Band so prickelnd ist, wie für MOTÖRHEAD der Song "Ace Of Spades". Sie müssen diesen Song wohl bis zum Ende ihrer Tage spielen. Vor "Tragic Idol" verkündet Nick, dass Gregor Macintosh jetzt gerade Geburtstag hat und veräppelt ihn mit den Worten: "Schaut nur, wie er den Sonnenschein mag!" Zu "Echantment" wird die Band abermals abgefeiert um dann beim eher getragenen "Faith Divides Us..." zum Endspurt anzusetzen. Mit dem überragenden "Say Just Words" schließt die Band nach gut 60 Minuten unter Zugaberufen ihr Set. Auch hier ist der Zeitplan mal wieder zu eng gestrickt und es bleibt keine Zeit für eine Zugabe. Immerhin: PARADISE LOST haben gezeigt, dass sie ein Festival Nachmittags großartig rocken können und entlassen die Fans im Rund zum Verschnaufen in den späten Nachmittag. (Andreas)

Setlist PARADISE LOST:
Widow
Honesty in Death
Erased
Soul Courageous
In This We Dwell
Pity the Sadness
As I Die
Tragic Idol
The Enemy
Enchantment
Faith Divides Us - Death Unites Us
Say Just Words

live 20120620 0618live 20120620 0607


ICED EARTH
Endlich mal wieder ICED EARTH auf einem Sommerfestival. Das hatte ich schon lange nicht mehr. Die Band geht etwa 20 Minuten später auf die Bühne, als sie es laut Zeitplan sollte. Wir schieben das darauf, daß der ganze Zeitplan sowieso hängt und man schon 20 Minuten hinter der Zeit war, bevor die Amerikaner (d.h. eigentlich ist es mittlerweile eine Multikultitruppe mit Mitgliedern aus 4 Nationen) die Bühne betreten. Wie immer, seit das gleichnamige Album auf dem Markt ist, eröffnen ICED EARTH ihren Auftritt mit „Dystopia“. Als Schmankerl gibt es gleich danach mit „Dark Saga“ einen Song, den man schon länger nicht mehr live präsentiert hat; das letzte Mal dürfte noch mit Matt Barlow am Gesang gewesen sein. Der Auftritt auf dem Metalfest ist auch einer der ersten mit dem neuen Drummer Raphael Saini (den man ruhig mal dem Publikum hätte vorstellen dürfen). Die Amerikaner packen die Peitsche aus und bis auf das aus vollen Kehlen von allen Zuschauern mitgesungene „Watching Over Me“ gibt es ordentlich was zum Haare schütteln. So macht das Spaß! Bei „Boiling Point“ zeigt sich jedoch am stärksten, was man den ganzen Gig über schon so am Rande wahrnahm: Stu Block zeigt Schwächen. Er kommt nicht so hoch wie sonst, er liegt ein paarmal mit den Tönen daneben. Das ist keine wirklich gute Gesangsleistung. Aber ich habe ihn jetzt zum vierten Mal mit ICED EARTH gesehen und weiß, daß er es besser kann. Also nicht abschrecken lassen. Erschrecken tue ich eher, als der Sänger nach rund 35 Minuten schon „Iced Earth“ ankündigt, das ja bekanntermaßen die Auftritte der Band abschließt. Als der Fünfer anschließend tatsächlich die Bühne verläßt, keimt leise Hoffnung auf. Die werden doch nicht etwa „Dantes Inferno“ als Zugabe spielen? Nein. Da wird das Drumkit abgebaut. Es ist vorbei. ICED EARTH haben ganze 20 Minuten ihrer Spielzeit gekürzt. Jetzt liegt man wieder genau im Zeitplan. Was soll das? Später erfahre ich, daß der Bus der Band eine Panne hatte und sie deshalb zu spät am Festivalgelände ankamen und daher ihr Set kürzen mußten. In Anbetracht der Tatsache, daß Bands wie EQUILIBRIUM ihre Spielzeit ungestraft überziehen dürfen und TESTAMENT mal eben 30 Minuten länger zum Umbau brauchen als vorgesehen, sollte eine Band wie ICED EARTH auch ihre volle Spielzeit bekommen, wenn sie etwas spät ankommt. Denn die Truppe war mal wieder eine Macht und diese 20 Minuten fehlen mir. Genau wie Brent Smedley. Obwohl man es als Fan der Band ja gewöhnt ist, daß die Mitglieder häufiger wechseln. Die letzte Besetzung war doch relativ stabil. Immerhin fügt sich Raphael Saini so gut in die Band ein, daß kaum aufgefallen ist, daß es einen neuen Drummer gibt. (Anne)

Ist das die ICED EARTH-Cover Band? Was soll der Micky Mouse Effekt auf dem Gesang? Der Gesang wirkt wie modelliert! Außerdem hat die Band einen total mulmigen Sound darum erkenne ich die Songs erst am Refrain. Leute, ich bin seit 1995 ICED EARTH-Fan, aber langsam komme ich mit verarscht vor. Wenn man die Leistung, die so ein Auftritt erfordert nicht mehr bringen kann sollte man entweder aufhören oder mehr trainieren. Klar, hat jeder mal ‘nen schlechten tag, aber das kommt mir bei ICED EARTH die letzten Jahre zu oft vor. Und überhaupt, ich bin Matt Barlow-Fan, so! (Andreas)

Setlist ICED EARTH:
Dystopia
Dark Saga
Pure Evil
Burning Times
I Died for You
V
Watching Over Me
Boiling Point
Iced Earth

live 20120620 0724live 20120620 0727

 

DORO
30 Jahre Doro Oldies und Goldies, erwarten uns nun und es ist jetzt schon zu erkennen, dass DORO das Amphitheater in zwei Lager spaltet. Eines, welches laut mitgrölt und eines, das erstmal ein Bier trinken geht um dann von dort trotzdem mitzuwippen. Es war noch erstaunlich viel Platz im Theater, was aber der Stimmung keinen Abbruch tat. Nach einem albernen Keyboard-Intro folgte "I Rule The Ruins". Da unsere Gruppe schon etwas angeheitert war, brachen nun alle Dämme. Ein Kumpel gestand mir brüllend "Ich habe die früher echt gerne gehört!" Also, was lag da näher als ordentlich schief mitzusingen. Textsicher wie wir waren, wurden die Songtitel schnell auch mal verhohnepiepelt. Deshalb folgte nun "Burning The Witzchens" (Burning The Witches) und im Anschluß "Raise your Witz In The Är" (Raise Your Fist In The Air). Ich merke immer wieder, dass mir diese Singspielchen gehörig auf den Zeiger gehen. Hält DORO ihre Zuschauer für so debil?
Ab und an kommen die Techniker der Bewegungsfreude Doros nicht hinterher. Diese schleuderte ihr Mikro dermaßen heftig, dass es oft zu unangenehmen Rückkopplungen kam. Sie nahm das Ganze jedoch mit Humor - da merkte man den Profi. Was mich echt wunderte, waren die Gesangsleistungen ihrer Mitmusker, die die Backingvocals of mehr grunzgrölten als sangen. Egal, wir hatten Spaß und wir (Männer) nahmen uns zu "Für Immer" in die Arme und sangen so laut es ging falsch mit. Anne stand blöderweise falsch und wurde mit in den Chor einbezogen - tja. Meine Frau meinte: Ja, für immer Schluss mit DORO.
"Ich will eure powerful voice singen hören!" rief DORO - ja nee, is klar! Wo wir schon bei Mitsingspielchen waren, kam "All We Are" gerade recht. Es fühlte sich an, als würden sie den Song auf 10 Minuten Länge aufblasen. "Ihr seid eine wonderful crowd!" Danke, Doro...
Die Zugabe wurde mit "Earthshaker Rock" eingeleitet und die Musiker reihum vorgestellt. 20 Jahre "Best Friends" auf der "Niemals Good Bye-Tour".
Die Zugabe der Zugabe bildet dann das JUDAS PRIEST-Cover "Breaking The Law" und die Band verabschiedet sich endlich während dem Outro "It Still Burns", welches vom Band kam, von der tosenden Menge. Zeit die heiseren Kehlen mit Bier zu kühlen. Wir hatten jedenfalls Spaß - auf unsere Art. Auf eine genaue Setlist muss hier im Anbetracht der Umstände leider verzichtet werden. (Andreas)

live 20120620 0809live 20120620 0813

 

TESTAMENT

Nach diesem großen Spass während dem Auftritt von DORO sollte es nun aber ernst werden - sehr ernst. Denn nach dem Spass kommt Ernst. Ernst ist heute fünf Jahre alt...nicht ganz, aber fast. Ich war schon etwas Müde und die Umbaupause vor TESTAMENT war lang - zu lange. Über einer halbe Stunde musste man irgendwie überbrücken. Dummerweise zogen am Horizont ein paar dunkle Wolken auf und kamen immer näher. Wir waren jedoch guten Mutes und wollten nicht kneifen.
Also, nach dem viiiel zu langen Umbau begann die Band mit halbstündiger Verspätung ihr Set. Natürlich war die Kulisse beindruckend und war komplett im "Dark Roots Of The Earth"-Stil gestaltet. Der Sound zu Beginn war aus einem Guss, jedoch war die Leadgitarre über weite Strecken nicht zu hören, sodass man zwar einen fetten Sound hatte, es aber an Melodie fehlte. Mit "Rise Up" startete man, nach einem merkwürdigen "Stars Spangeled Banner"-Intro in den Abend.
Lieblingsdrummer Gene Hoglan tickerte sich präzise wie ein Uhrwerk durch die Songs. Weiter ging's mit "More Than Meets The Eye". Der Gesang war gut zu hören, aber mir gefiel der Effekt auf den Vocals heute überhaupt nicht, es klang mir einfach zu chemisch. Was mir auch nicht gefiel war, dass auf der Bühne einfach zu wenig Action war. Das passt nicht wirklich zur Musik von TESTAMENT. Ich vergleiche es immer gerne mit Fernsehgucken, denn wenn die Musiker bei einer Liveshow nicht den Kontakt zum Publikum suchen, kann man auch vor dem TV headbangen. Dafür brauche ich dann kein Livekonzert einer Metal-Band. Irgendwann während des Songs "True American Hate" schoss das Wasser dann in Strömen und ohne Vorwarnung vom Himmel und Blitze zuckten durchs Dunkel. (tolle Show zum Song - na ja) Sofort flüchteten die meisten Zuschauer, so schnell es ging, in Richtung Ausgang. Ich zögerte zunächst, da ich hoffte, es würde sicher gleich aufhören. Jedoch wurde es sogar gemeiner und stärker. Meine Frau war der Meinung jetzt ans Auto zu LAUFEN und ich war sofort überzeugt, dass es keine andere Wahl gab. Wir stürzten Richtung Ausgang und liefen in Richtung Zeltplatz. Die Band stimmte dazu passend "Dark Roots Of Earth" an, das schnell leiser wurde, je näher wir zum Zeltplatz kamen. Dummerweise war hier gar keine Beleuchtung. Der Regen hatte die Wege in Matschpisten verwandelt. Dann folgten heftige Sturmböen, die uns den Regen ins Gesicht peitschten. 

Auf dem Zeltplatz sah man verzweifelte und ängstliche Gesichter unter den dürftig befestigten Pavillons sitzen. Ein paar wenige aber nahmen die Situation mit Humor und sangen lauthals, während sie sich am Pavillon festhielten. Mir war jetzt nicht mehr zum Lachen zu Mute, denn ich und meine Frau waren mittlerweile komplett durchnässt. Auf dem Weg zum Auto wühlte ich in meinen Taschen und fand aber den Schlüssel in der Hektik nicht. Er war wirklich verschwunden! Ende Gelände, ich brach neben dem Auto zusammen vor Erschöpfung und es regnete und stürmte unaufhörlich weiter. Ich fühlte mich wie der verstoßene Gollum.
Es wurde kalt und es war dunkel. Nur schemenhaft war das Gelände zu erkennen. Überall schrien Menschen und rannten umher. Viele wollten das Gelände mit dem Auto verlassen und steckten nun im Matsch fest. Das hatte ich ja bei der Ankunft schon befürchtet. Aber egal, ich kam ohne Schlüssel sowieso nirgendwo hin. Zu meinem Glück hatte ich den Hotelzimmerschlüssel sicher im Handschuhfach verwahrt. Wir rappelten uns auf und rutschen Richtung Besucherzentrum. Dort empfing uns ein sehr netter Mitarbeiter der Crew, der meiner Frau auch ein Handtuch brachte. Ich versuchte ein Taxi zu organisieren und rief im Hotel an. Natürlich hatte ich die Telefonnummer nicht abgespeichert und musste die Auskunft anrufen. Dort wird man dann erst mal mit Servicevorschlägen vollgepumpt bis man mal verbunden wird. Ich war fassungslos. Ein Taxiunternehmen war leider nicht zu erreichen, jedoch der müde klingende Hotelbesitzer - ein Inder.
Ich schilderte ihm kurz die Misere und er versprach aufzubleiben, bis wir eintreffen. Endlich mal was positives. Währenddessen bemühten sich ein paar Leute von der Crew um uns und erzählten uns freudestrahlend, dass gleich ein Sammeltaxi ankommt, welches uns mit nach unten nehmen würde. Die Wartezeit vertrieben wir uns mit den schrägen Späßen von einem der Wachmänner. Es hatte zwar kurz aufgehört stark zu regnen, aber er lud uns in sein Auto ein, um dort im Trockenen warten zu können. Sein toller Flitzer hatte hinten keine Türen und seine Kollegen warnten unter großem Gelächter meine Frau, man könnte da hinten schwanger werden. Egal, Hauptsache trocken sitzen.
Unsere Stimmung besserte sich etwas, denn wir versuchten erst, auf eigene Faust ins Tal zu kommen.
Jedoch waren die Wege unbeleuchtet und steil. Das Sammeltaxi kam und wir fuhren mit anderen Festivalbesuchern, die ebenfalls über das Wetter stöhnten, nach unten in Richtung Fähre. Nach kurzer Wartezeit kam dann auch die Fähre und brachte uns und ein paar andere frierende, durchnässte Menschen auf die andere Seite. Das Hotel "RHEINFELS" liegt recht nahe am Anlegesteg und ich konnte den Besitzer schon auf der Veranda warten sehen. Als wir näher kamen, sah ich sein besorgtes Gesicht. Er versicherte uns, dass es kein Problem ist und wir uns keine Sorgen machen sollten. Er brachte uns auf unser Zimmer und wir sprangen erstmal aus den nassen Klamotten. Ich hatte noch einen Bierbecher in der Seitentasche stecken, dieser war gut ein Drittel voller Wasser!
Erschöpft fielen wir ins Bett und schliefen sofort ein.
Das Abenteuer Metalfest Loreley sollte jedoch noch nicht zu Ende sein. (Andreas)

live 20120620 0912live 20120620 0907


CHILDREN OF BODOM
Da nach dem Regenguß bei KISSIN‘ DYNAMITE den ganzen Tag die Sonne vom Himmel gebrannt hat, habe ich irgendwann die Regenklamotten wieder ins Zelt gebracht. Deshalb muß ich während TESTAMENT auch im Eiltempo dorthin zurück, um meine Kamera ins Trockene zu retten. An unserem Zeltplatz darf ich dann erst mal mithelfen, dem Pavillion das Überleben zu sichern. Am Ende ist der Pavillion abgebaut, wir sind alle nass und TESTAMENT sind fertig. Lange überlege ich, ob ich mir CHILDREN OF BODOM jetzt noch antue, denn es gießt wie aus Eimern und Blitze zucken über den Nachthimmel. Aber hey, es sind CHILDREN OF BODOM. Also mache ich mich mit einer wackeren Mitstreiterin wieder auf den Weg zum Festivalgelände. Die Finnen lassen ihre Fans erst mal warten. Und warten. Und es regnet. Und regnet. Irgendwann skandiert das bis auf die Haut durchnäßte und frierende Publikum dann nur noch „Anfangen, anfangen!“. Wer will es ihnen verübeln, das ist wirklich nicht die feine Art. Doch alle Unbill ist vergessen, als CHILDREN OF BODOM nach einer gefühlten Ewigkeit endlich die Bühne betreten und gleich als zweiten Song „Needled 24/7“ raushauen und damit alles plattmachen. Davor präsentiert Alexi Laiho mal wieder eine Ansage, in der „Fuck“ mit Sicherheit das häufigste Wort ist. Mir fällt ein, daß ich meinen Alexi-Laiho-Fuck-Ansagen-Zähler vergessen habe. Egal. Ich kann dem Mann nur Recht geben, denn er schimpft über das Wetter und das nervt grade echt. Recht hat der Kerl. Ansonsten wirken die Kinder Bodoms mittlerweile ziemlich erwachsen und auch das Stageacting könnte etwas intensiver sein. Auch sollte sich ein Wildchild schon mal in den Regen wagen und nicht nur unter dem Bühnendach Schutz suchen. Aber egal, die Songauswahl war jedenfalls sehr fein, und das sah auch der Großteil des Publikums so, das trotz strömendem Regen noch überraschend zahlreich erschienen ist. Die Band wurde jedenfalls gebührend gefeiert. Nach „Bodom After Midnight“ ist es uns dann aber doch zu naß und zu kalt und wir machen uns auf den Weg zurück. Natürlich hört es gerade dann auf zu regnen, als wir an den Zelten ankommen. Super. Und hätten wir gewußt, daß CHILDREN OF BODOM gar nicht soviel länger gespielt haben, hätten wir die paar Minuten auch noch ausgehalten. Naja. (Anne)

Setlist CHILDREN OF BODOM:
Transference
Needled 24/7
Living Dead Beat
Angels Don't Kill
Halo of Blood
Bodom After Midnight
Hate Me!
In Your Face
Blooddrunk
Downfall

live 20120620 1018live 20120620 1017

 


Ein neuer Tag war angebrochen und wir mussten uns erst einmal um eine Möglichkeit nach Hause zu kommen kümmern. Dem Hilferuf auf Facebook folgten ein paar sehr nette Angebote, uns abholen zu kommen, sollten wir den Schlüssel nicht mehr finden. Glücklicherweise hatte der Vater meiner Frau den Ersatzschlüssel zu Hause entdeckt und wollte ebenfalls zu einem Ausflug an die Loreley aufbrechen. Wir frühstückten erst mal und da merkte ich, welche Anstrengung die Nacht war.
Wir fuhren so früh wie möglich zum Konzertgelände zurück, dieses Mal mit einem der Linienbusse. Dort saßen schon ein paar Metalfestbesucher drin und es stiegen auch ein paar "normale" Touristen zu, die sehr verwundert auf die schwarzgekleideten, struppigen, bärtigen und grinsenden Metalfans starrten. Ein großer Typ hinter uns blökte: "Wir sind ganz harmlos!" Wir kamen ins Gespräch und wir erzählten ihm unsere Geschichte vom verlorenen Schlüssel. Er versprach uns, die Augen aufzuhalten. Auf dem Gelände dann liefen wir bei strahlendem Sonnenschein Richtung Crew-Behausung. Dort merkten wir, das eigentlich niemand so richtig wusste wo Fundsachen landen. Während DELAIN spielten, liefen wir die Bänke und die Wege, die wir gelaufen waren, bis zum Auto ab - ohne Erfolg. (Andreas)

DELAIN
Den Job als Wecker haben heute die Niederländer DELAIN. Als einzige Female-Fronted Band fallen sie im Billing des Metalfest etwas aus dem Rahmen. Der Besucherandrang hält sich auch noch in Grenzen, vor leeren Rängen muß die Band aber auch nicht spielen. Für mich waren DELAIN immer nur einer der vielen NIGHTWISH-Klone. Und – naja – natürlich klingen sie nicht genau wie NIGHTWISH. Natürlich sind das alles fähige Musiker. Aber wirklich brauchen tue ich eine Band wie DELAIN jetzt auch nicht. Dabei klingt die Musik des Fünfers wirklich nett, einige Songs wie „Get The Devil Out Of Me“ und „A Sleepwalkers Dream“ sind wirklich gut. Aber um mich überzeugen zu können, muß auch mit dem Stageacting noch was passieren. Die Band wirkt einfach noch zu schüchtern, zu wenig von sich selbst überzeugt. Das Stageacting ist dann auch entsprechend verhalten (obwohl die beiden Gitarristen eigentlich genug posen, aber das reißt es irgendwie auch nicht raus), genau wie die Publikumsreaktionen, mal abgesehen von den echten Fans, von denen auch einige anwesend sind. Mich konnten die Niederländer mit ihrem Auftritt jedenfalls nicht überzeugen, auch wenn sie nichts wirklich falsch gemacht haben. Außer vielleicht die tuckigen silbernen Luftschlangen, die beim letzten Song „We Are The Others“ in den Himmel über der Loreley geschossen werden. Das Publikum jedoch hätte gerne mehr gesehen und fordert eine Zugabe. (Anne)

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GRAILKNIGHTS
Die GRAILKNIGHTS sind anders. Man liebt sie oder man schüttelt den Kopf. Auf der Loreley scheinen viele liebende Menschen zu sein, denn die Ränge sind ordentlich gefüllt und der „Battle Choir“ wartet gebannt auf die nächste Portion He-Man Metal. Tosender Jubel brandet auf, als die 5 Helden die Bühne betreten und dem Volk ihre Muskeln präsentieren. Doch die Helden sind ja nur auf das Wohl derer Bedacht, die ihres Schutzes bedürfen und so belohnen sie den Battle Choir nicht nur mit kühlem, frischen Bier, dargebracht von der Bierversorgungsstute Zapf Beauty (seine Freundin Bier holen schicken und dann bei der Rückkehr freudig mit „Da ist ja meine Bierversorgungsstute!“ begrüßen kommt übrigens nicht so gut an bei der Damenwelt), für herausragende Sangesleistungen, nein, sie helfen dem Publikum auch beim Aufbau ebensolcher beeindruckender Muskelberge. Das geht am besten mit der Muskel-La-Ola oder der neu erfundenen Sportart Grailrobic (hierbei wird sogar der Unterzungenmuskel trainiert) - es ist ein extrem anstrengendes Programm, was die GRAILKNIGHTS ihrem Battle Choir hier auferlegen. Aber wer muskelbepackt sein will, muß leiden. Leider, leider kommt heute der böse Drache Urks nicht zum Einsatz, so daß die Recken ihren Mut gar nicht in voller Gänze beweisen können. Trotzdem will man die bunten Helden, die Farbe in die Welt des bösen, schwarzen Metals bringen, gar nicht mehr gehen lassen und fordert lautstark eine Zugabe. Die gibt es leider nicht, aber auch so hat man genug mit dem Muskelkater von der Grailrobic zu tun. Und Kinder, ihr wißt ja: Immer schön zu Hause nachmachen! (Anne)

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MAJESTY
MAJESTY plätschern an mir vorüber. Ich finde gerade alles irgendwie doof. Die Band spielt auch eher simplen Hau-Drauf-Metal zum mitschunkeln - äh -bangen. Da ich die Songs der Band nicht kenne, kann ich hier auch nicht enttäuscht werden. Sänger Tarek Maghary hat die Zuschauer jedoch von Anfang an gut im Griff. Die Songs wirken auf mich wie der Bubblegum-Metal der Achziger gepaart mit traditionellem Speed-Metal und mit starken Tendenzen an die Erfolge von KISS anzuknüpfen. Die Fans, die sich vor der Bühne versammelt haben um die Band abzufeiern, erweisen sich als äußerst textsicher. Tarek, selbst auch Mitorganisator des mittlerweile legendären „Keep It True“-Festivals,  bedankt sich artig bei den johlenden Fans und schießt noch eine Metalsalve in Form von „Thunder Raider“ vom gleichnamigen neuen Album in die Menge. Gute Hooks haben die Songs ja, sind aber sonst recht anspruchslos. Manchmal fühle ich mich sogar an J.B.O. erinnert. Dennoch grusele ich mich vor solchen Bands, denn ich fühle mich immer an die engstirnige Volksmusik-Welt erinnert. Glücklicherweise ist nach gut einer halbe Stunde Schluß nach einer nicht enden wollenden Version von „Sword And Sorcery“. Allerdings eher gezwungenermaßen. Beschwerden über das vorzeitige Ende des Auftritts von MAJESTY habe ich jedoch keine vernommen. (Andreas)

Setlist MAJESTY:
Metal Law
Make Some Noise
Into The Stadiums
Thunder Raider
Heavy Metal Battlecry
Sword And Sorcery

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VARG
VARG passen so gar nicht hinter MAJESTY und sind immer ein toller Aufreger. Entweder man liebt sie oder man lehnt sie kategorisch ab. Ich bin da gleichmütig und beobachte das Spektakel eher professionell. Die Band geht deutlich kontrollierter zu Werke, als ich das letztens noch in der Garage Saarbrücken beobachten durfte. Was mich immer ärgert ist, dass eine Band, die harte Musik mit deutschen Texten macht, fast immer auf der ONKELZ-Schiene reitet und das bis hin zu der Gestik des Sängers. Jedoch sitzt hier die Maskerade perfekt und die Songs werden routiniert heruntergespielt. VARG starten mit dem Intro „Jagt“ vom Album „Wolfskult“ um dann gleich in „Wir sind die Wölfe“ überzugehen. Sänger „Frecki“ versucht schon gleich zu Beginn, die Leute aufzupeitschen und Stimmung zu machen. Ich finde, dass die Art und der Klang der Ansagen einfach zu tollpatschig rüberkommen. Glücklicherweise werden die Zuschauer mit allzu platten Ansagen verschont, wahrscheinlich reicht die Zeit dafür nicht. Die Band kämpft sich routiniert durch ihr Programm. Der Klang ist während allen Songs recht rumpelig. Während „Apokalypse“ versuche ich von einem der umherlaufenden Crew-Pärchen zu erfahren, was mit den Fundsachen geschieht, jedoch wussten die nicht wirklich eine Antwort darauf. Wir liefen wieder zum Crew-Hauptquartier um bei dem netten jungen Mann nachzufragen, ob denn schon ein Zeitpunkt bekannt wäre, wann die Fundsachen freigegeben würden. Leider musste er uns vertrösten, da er keinen Zeitpunkt nennen konnte.
VARG wüten sich derweil durch „Nagelfar“. Etwas verantwortungslos finde ich die Aufforderung nach einer Wall Of Death zu "Blutaar" in diesem Gelände. Das wäre nicht mutig, so wie „Frecki“ meint, sondern dämlich. Dennoch machen natürlich einige „Mutige“ mit.
Abschließend werden noch alle mutigen Mädels, die sich trauen, zum Tanz zu "Rotkäppchen" auf die Bühne gebeten. Dort feiern dann überraschenderweise bemerkenswert viele Mädels mit der Band kräftig das Ende des Gigs.
Zeit, sich auf HYPOCRISY zu freuen, jedoch wird es Zeit nach dem "Fundbüro" Ausschau zu halten, denn dort sollte nach letzter Aussage der Crew um ca. 16.00 Uhr jemand sitzen. (Andreas)

Setlist VARG:
Jagt
Wir Sind Die Wölfe
Frei Wie Der Wind
Schwertzeit
Apokalypse
Nagelfar
Was Nicht Darf
Blutaar
Rotkäppchen

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HYPOCRISY
Nach den doofen VARG, die ich eher ertragen als genossen habe, kommen nun die Schweden HYPOCRISY. Und die verspeisen VARG mal locker zum Frühstück. Der Vierer hat zwar eigentlich letztes Jahr schon auf dem Metalfest an der Loreley gespielt, ist in diesem Jahr jedoch als Ersatz für ARCH ENEMY, die alle ihre Festivalauftritte absagen mußten, eingesprungen. HYPOCRISY sind eine Institution, Peter Tägtgren, der bei den heute herrschenden Temperaturen entsprechend leger gekleidet ist, braucht niemanden mehr etwas zu beweisen. Trotzdem walzen die Schweden mit unglaublicher Macht über den Felsen. Dabei hilft der wohl schönste Drumriser des Festivals. Ansagen gibt es so gut wie keine, aber wenn sich ein Herr Tägtgren dann doch mal dazu hinreißen läßt, dann läßt er die Welt auch an seiner Weisheit teilhaben und lobpreist die vielen schönen Frauen auf dem Festival für die Männer – und natürlich kriegen die Frauen auch was, nämlich „Manginas“. Heißt das nicht Penis? Oder auf was wollen Sie heraus, Herr Tägtgren? Wobei ich das vielleicht lieber nicht wissen will… (bei genauerer Überlegung meint er vielleicht Manboobs?). Das Publikum indes erscheint mir etwas träge, da könnte mehr gehen bei Songs wie „Fractured Millenium“ oder „Roswell 47“. Andererseits besteht das Set auch aus vielen neuen Songs der aktuellen Scheibe „End Of Disclosure“, vermutlich sind die meisten einfach noch nicht mit dem Material vertraut. Ob es daran liegt, daß HYPROCRISY nicht so gut sind, wie sie sein könnten? Wie auch immer, der Auftritt zwischen den doofen VARG und den mindestens ebenso doofen J.B.O. war auf jeden Fall eine mehr als willkommene, sehr positive Abwechslung. Meinetwegen können HYPOCRISY auch jedes Jahr hier spielen. (Anne)

Ich hätte HYPOCRISY auch gerne gesehen, jedoch zogen meine Frau und ich es vor, den Verantwortlichen für Fundsachen ausfindig zu machen. Ich kuckte also dann nur die ersten beiden Songs der Band und zog seufzend Richtung Besucherzentrum. Dort sollten laut Crew angeblich in dem davorstehenden Minihäuschen die Fundsachen ausgegeben werden. Da saßen wir nun, in der Nähe der abgesperrten Treppe, glotzten die vorbeifahrenden Autos an und lauschten HYPOCRISY, deren Sound recht durchdringend und  klar verständlich war. So konnte ich mir wenigstens die Songs merken. Als wir da so warteten, beluden die GRAILNIGHTS gerade ihren Bandbus und sahen ohne Kostüme wie eine Schülerband aus. Mißtrauisch wurden WIR beäugt. Wollen die Autogramme? Nee, von denen will ich sicher keins! Nachher wächst mir noch ein Einhorn oder so.
Spaßig war trotz allem zu sehen, wer hinter der Bühne rein und raus fährt und wer da von den Musiker so herumläuft. Wir bewegten uns aber nicht von Fleck, denn wir wollten ja unseren Autoschlüssel wiederhaben. Nach fast einer Stunde warten, ohne das etwas entscheidendes passierte, trabte ich zu dem netten Crew-Mitarbeiter der uns von weitem ganz verzweifelt ansah. Aber er hatte eine neue Nachricht. Die Fundsachen werden jetzt von der Polizei verwaltet und die Geldbörsen sollen von dem übrigen Kram getrennt werden. Ausgabe erfolgt am Akkreditierungshäuschen. Also schnell dahin. Dort angekommen erfuhren wir von der netten Dame, das sie unseren markanten Schlüssel in der Hand gehalten hatte. Jetzt war ich nervös wie vor einer Geburt. Es sollte noch circa eine halbe Stunde vergehen bis wir den Schlüssel in den Händen halten sollten.
Kumpels kamen vorbei und warteten mit uns gemeinsam bis zum großen Augenblick.
Als die nette Dame in dem kleinen Häusschen meiner Frau endlich den Schlüssel überreichte, war der Jubel groß. Jetzt mussten wir erstmal feiern, denn alle Last fiel wie ein großer Brocken sofort von uns. Wer will auch mit so einer Last auf einem Festival herumlaufen und fröhlich feiern? Da kommen J.B.O. und der nächstgelegene Bierstand gerade recht. Das passte wie Arsch auf Eimer, Faust auf Auge - jetzt gab es kein Halten mehr. Jetzt gehts ab. Ich belästige so ziemlich jeden in meiner näheren Umgebung mit meiner Version der Songs, die J.B.O gerade spielen. (Andreas)

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J.B.O.
J.B.O sind volle Kanne lustig. Ich mag sie aber trotzdem nicht. Denn J.B.O. sind für’s Klo. So. Und sie gehen mir schon auf den Geist, als das super nervige Intro ertönt. Der helle Wahnsinn. Was freue ich mich… Wie auch immer, es geht los mit „Bolle“ und „Ein Fest“ und ich sage meinen Hirnzellen schon mal, daß sie jetzt am besten schlafen gehen. Schlaf ist ja doch immer noch das beste Schmerzmittel. Und während ich noch mit meinem Humor kämpfe, kämpfen die Roadies der Band mit dem aufblasbaren Backdrop, das nicht so recht will, wie es soll, sich am Ende aber doch fügt (vielleicht steckte da auch der Urks von den GRAILKNIGHTS?). Während bei anderen Bands freiwillig mitgesungen wird, wird bei J.B.O. gedroht: Singt man auf Festivals nicht mit, dann sterben die Eisbären. Huh! Na, dann will ich mal schnell ein Liedchen trällern zum Wohle der Eisbären. Wie wäre es mit „Schlumpfozid im Stadtgebiet“? Da kann ich so frostig gucken, daß eine neue Eiszeit anbricht und die Eisbären sich zum Herrscher der Welt aufschwingen. Woohoo! Egal. Beim „Medtl-Geschdanzl“ muß ich dann aber doch lachen, denn dessen Text wurde aktualisiert und Berlusconi und andere Helden werden auf die Schippe genommen. Unter anderem wird Till Schweigers nächster Film wohl „Dreilochstute“ heißen (Vorsicht J.B.O.! Der macht das am Ende wirklich. Ich hoffe, ihr habt euch die Namensrechte schon gesichert). Sehr schön sind auch Mitsingspielchen à la „Männer! Und jetzt die Frauen! Und jetzt alle zusammen! Und jetzt alle anderen!“. Die Aussage, daß aus Bayern auch Gutes kommt und nicht nur der FC Bayern München, kann ich so jedoch nicht unterschreiben – und nein, ich bin kein Bayernfan. Hehe. So, und nachdem ich dann schon mal am Schmunzeln bin, freue ich mich auch über die Widmung für Jeff Hanneman. Immerhin – und das muß man mal so sagen – sind J.B.O. die einzige Band, die es an diesem Wochenende fertig bringt, was zu Hannemans Tod vor kurzem zu sagen. Als Tribute gibt es „Geh mer halt zu Slayer“, was die meisten Anwesenden am Abend dann auch wörtlich genommen haben. Ja, und die letzten drei Songs, „I don’t Like Metal“, „Verteidiger des Blödsinns“ und „Ein guter Tag zum Sterben“, die kann man dann ganz gut ertragen. Trotzdem gehen einem die immer gleichen Songs so langsam (oder auch schnell) auf den Keks. Da könnte sich die Band wirklich mal neue und auch lustige Songs einfallen lassen. (Anne)

Setlist J.B.O.:
Bolle
Ein Fest
S.P.O.R.T.
Ich möcht’ so gerne Metal hör’n
Dr. Met
Medtl-Gschdanzl
Geh mer halt zu Slayer
Schlumpfozid im Stadtgebiet
I Don’t Like Metal
Verteidiger des Blödsinns
Ein guter Tag zum Sterben

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SOULFLY
Der Auftritt von SOULFLY wird wie schon öfters mit „Prophecy“ eingeleitet um dann in „Back To The Primitive“ zu münden. Max wirkt hellwach und angriffslustig. Aber er kommt mit der tollen Möglichkeit einer „Landungsbrücke“ vor den Fans nicht ganz klar und wirkt oft etwas überfordert. Auch bei ihm ist so manches Kabel zu kurz und er sieht sehr verkrampft wie eben der schon einmal erwähnte „Hund an Kette“ aus. Ich hatte wegen meiner guten Laune ein bisschen Werbung im Vorfeld zum Auftritt von SOULFLY bei meinen Kumpels gemacht aber leider war die Band nicht so mitreißend wie sonst. Basser Tony Campos stand wie üblich mit seinem langen schwarzen Bart in der Ecke. Ausnahme-Gitarrist Marc Rizzo wollte heute einfach nicht zu seinen berühmten Lufttritten ansetzen. Trotzdem hatte ich Bock mir den Schädel zum Tribal-Metal wegzupropellern. Max schwört die Menge nochmal auf DOWN und SLAYER ein bevor der obligatorische SEPULTURA-Klassiker-Block in äußerst wütenden Versionen auf das Amphitheater losgelassen wird. Max liebt es außerdem, ständig „Deutschland“ zu rufen oder es in seine Texte einzubauen. Kann man ja mal machen aber ständig? Immerhin gibt er zu: “Mein Deutschländ is scheiße!“. Anschliessend wird man Zeuge einer Performance der Cavalera-Family. Sein Sohn Zyon malträtiert ja eh schon die Drums und dann kommen noch Igor und Richy um bei „Revengeance“ beeindruckend mitzubrüllen. Was machen die beiden Pimpfe eigentlich Zuhause im Kinderzimmer? Auf jedenfall unterhaltsam. Gloria Cavalera beobachtet das Ganze wie immer vom Bühnenrand mit Argusaugen. Max schüttelt seinen Teppich so heftig, dass man glauben möchte, dieser fliegt gleich einem Zuschauer als Souvenir in die Fresse. Nach dem letzten Hassblock, der mit „Roots Bloody Roots“ beginnt und mit Singspielchen a la „ole ole oleooleeolleeolee“ endet, ist dann nach guten 50 Minuten Schluss mit dem Teppich-Verkauf. Respekt vor der Energie, die in diesem kaputt aussehenden Mann steckt. (Andreas)

Setlist SOULFLY:
Prophecy
Back to the Primitive
Downstroy
Seek 'N' Strike
Refuse/Resist
Arise
Resistance/World Scum
Straighthate
Revengeance
Roots Bloody Roots
Jumpdafuckup/Eye For An Eye

live 20120621 0713live 20120621 0706


ACCEPT
ACCEPT gehören zu den Bands, die ich gar nicht mag. Ich kann die auf Platte einfach nicht ertragen. Schon gar nicht die Alben mit Udo Dirkschneider, denn dessen Stimme läßt mich gruseln. Grauenvoll. Nee, geht gar nicht. So. Und jetzt stehe ich hier und soll was über die schreiben. Und, was soll ich sagen? Scheiße, sind die geil! Mit Ansagen hält sich Sänger Mark Tomillo zwar ziemlich zurück, dafür wird von der Band (insbesondere von Wolf Hoffmann und Hermann Frank) gepost was der Körper hergibt. Und das Publikum geht gnadenlos mit. Da werden aufblasbare Gitarren ausgepackt, da wird um die Wette gepost, es werden Fäuste gereckt und jeder einzelne Song mitgesungen. Das Amphitheater ist proppenvoll und von der Stimmung her kommt es an die BLIND GUARDIAN-Show vom letzten Jahr ran. Gefühlt sind alle Festivalbesucher anwesend und alle singen mit. Die ACCEPT-Show mutiert zu einer einzigen großen Metalparty auf der Loreley. Bei Klassikern wie „Princess Of The Dawn“ kann man da auch kaum wiederstehen. Natürlich gibt es am Ende auch das unvermeidliche „Balls To The Wall“, dessen Refrain 1000fach mitgesungen wird. Die Band selbst präsentiert sich sehr professionell, zeigt aber auch, wieviel Spaß sie selber an dem Auftritt hat. Also, wenn ACCEPT live immer so sind, werde ich mir die Band noch öfter ansehen. Bisher hatte ich das immer vermieden, da mir die Truppe auf Platte so gar nicht zusagt. Aber man lernt ja nie aus. (Anne)

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DOWN
Wie immer furzcool stampfen DOWN auf die Bühne. Wie schon öfter starten sie mit „Eyes Of The South“ und drücken anschließend „Witchtripper“ in die Gehörgänge der Anwesenden. Der Sound ist wie immer ultra-drückend. Das macht jetzt schon großen Spass den Jungs beim abrocken zuzusehen. Phil zog seine Version einer Metalperformance durch und ist bestens aufgelegt. Auch stimmlich hat er heute einiges zu bieten. Kirk ist wie immer Ziel von Phils Späßen.
„Lysergik Funeral Procession“ widmet Phil Jeff Hanneman und nennt ihn „our fallen brother“. Da würde ich ihm gerne die Meinung geigen. Was soll der Scheiß, sind die alle so betriebsblind? Immerhin gibt es überwiegend lustige Begebenheiten ohne Fremdschämmomente. So fordert Phil die Leute zum Headbangen bei „Ghosts Along The Mississippi“ auf. Die hinteren Reihen bezieht er besonders ein und erklärt ihnen, dass sie nicht müde herumstehen sollten oder als würden sie sich langweilen, sie sollten dann wenigstens die Arme verschränkt, die Unterlippe nach vorne geschoben, mitnicken. Er wüsste ja, dass sie schon den ganzen Tag da wären.
Die Band, bis auf Drummer Jimmy Bower, nutzt den Steg intensiv und die Musiker suchen mehr als einmal den Kontakt zu den Fans in den ersten Reihen.
Nach „Losing All“ rekapituliert Phil erstmal und schaut sich die Leute im gut gefüllten Rund an. Bei seiner Frage, wie viele wahre DOWN-Fans denn anwesend seien, melden sich nicht genug um Phil zufrieden zu stellen und so beschimpft er den Rest. Und meint triumphierend: „fuck you“ (singt) „i got the microphone!“ Sehr lustig, das Ganze. Traditionell wird nun „Stone The Crow“ zelebriert und das Konzert wird wie jetzt schon öfters gesehen mit „Bury Me In Smoke“, bei dem die Band nach und nach durch Roadies oder Freiwillige ersetzt wird, beendet. Nach einer großen Verbeugung ziehen die fünf Burschen, der derzeit angesagtesten Supergroup, jedoch nicht ohne „...and she’s buying a stairway to heaven“ anzustimmen, von dannen. Insgesamt boten DOWN mal wieder ein Rundum-Sorglos-Paket für den geneigten Fan. (Andreas)

Setlist DOWN:
Eyes Of The South
Witchtripper
Lifer
Lysergik Funeral Procession
Hail The Leaf
Ghosts Along The Mississippi
Pillars Of Eternity
Losing All
Stone The Crow
Bury Me In Smoke

live 20120621 0907live 20120621 0915

 

SLAYER
Ganz ehrlich? Ich will SLAYER nicht sehen. Das liegt unter anderem daran, das DOWN mich mit ihrem Gig sehr begeisterten und auch daran, dass nach dem Tod Jeff Hannemans ich nicht der Meinung bin, dass die Band um Araya und Kerry einfach so zum Tagesgeschehen übergehen sollte, als wäre alles in Butter. Nichts gegen Bostaph und Holt, die sind absolut fantastische Musiker. Naja, aber was sollen SLAYER machen? Sich auflösen, das geht auch nicht so einfach. The Show must go on - so wie bei METALLICA und jeder großen erfolgreichen Band auch. Immerhin: sie hatten das Backdrop in bekannter Jeff Hanneman-Optik gestaltet und das erinnert natürlich an eine bekannte niederländische Brauerei. Nichts gegen Bier, aber Jeff starb bekanntermaßen an einer Leberzirrhose und nicht an dem Spinnenbiss. Alkoholsucht ist nicht Rock’ n Roll und darum wird das Thema gerne schöngeredet („im Kampf gefallen“, „Our fallen brother“ und so ein Scheiß), und nicht etwa auf Gefahren beim Missbrauch hingewiesen. Wollt ihr großartige Musiker wirklich so enden sehen? Ich nicht! SLAYER starten mit „World Painted Blood“ in ihr Set, trotzdem war ich nicht in Stimmung und so gehen wir mit SLAYER im Ohr zum Busparkplatz.  
Dort angekommen, stiegen wir in den dort bereitstehenden Bus. Der junge Busfahrer begrüßt uns sehr höflich und erkundigt sich, wie wir das Festival soweit finden. Wir geben bereitwillig Auskunft und erzählen vor allem von unserem Abenteuer. Der junge Mann lobt die Metal-Fans wegen ihres guten Benehmens und gibt uns zu verstehen, dass nicht alle Konzerte so gemütlich verlaufen wie das METALFEST. Er erzählt von arroganten und pöbelnden GRÖNEMEYER-Fans, die einen den Glauben an die Menschheit verlieren lassen würden. Kurz darauf meinte er, dass sein Vater, der Chef des örtlichen Busunternehmens gleich hochgefahren käme und wir doch mit ihm mitfahren könnten, denn er würde jetzt noch nicht so schnell losfahren. Gesagt – getan! Schwupps sitzen wir im Privatauto, eines sehr freundlichen älteren Herren, mit dem wir uns die ganze Fahrt über das Festival als solches und die Festivals auf der Loreley im allgemeinen unterhalten. Er erzählt von den zu bewältigenden Aufgaben bei der Planung und der Umsetzung und ich bin beeindruckt von den Helfern und Planern rund um die Loreley, die wohl überwiegend aus der Gegend stammen. Mir fallen da gleich einige Parallelen zu Wacken ein. Warum auch nicht. Es ist sicher vieles leichter zu Organisieren, wenn man die örtliche Infrastruktur mit einbindet bzw. in Teilen die Planung und Ausführung überlässt. Diese Art Festival sollte aber auch nicht unbekannt sein, denn schon in den glorreichen Achtzigern wurden auf der Loreley Metal-Festivals veranstaltet. Am Bahnhof angekommen, steht auch schon die Fähre parat. Deutlich entspannter, als noch am Vortag fahren wir zum Hotel zurück. Der Wind weht leise, aber deutlich vernehmbar, SLAYER über den Rhein. (Andreas)

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Ich hetzte mit meiner Frau über den Campingplatz um so schnell wie möglich vor der Bühne zu sein und um SKULLBOOGEY sehen zu können. Ich wimmelte ein paar Kumpels ab um schneller sein zu können, aber vergebens, SKULLBOOGEY waren schon so gut wie fertig. Was ich zu hören bekam, entsprach jedoch meinen Vorstellungen von großartigem Heavy Rock. Der Cock blieb zwar drin, aber die Stimme von Sänger Stefan macht Lust auf mehr. Nach der enttäuschend verlaufenden CD-Verteilung, fasste ich jedoch den Entschluss, die Band zu stalken und mir ihre Alben zu Gemüte zu führen. (Andreas)

 

SKULLBOOGEY
SKULLBOOGEY sind die Gewinner des Radio-Bob-Contests und treten hier etwas außerhalb der Konkurrenz auf. Sie müssen schon kurz nach 11 auf die Bühne, während das „eigentliche“ Festival erst um 12 beginnt. Auch spielt die Band eher Rock als Metal, man hat generell noch nie etwas von ihnen gehört. Also erst mal schlechte Voraussetzungen. Nichtsdestotrotz ist der gemeine Metaller ja neu- und wissbegierig und so finden sich durchaus ein paar Nasen, die sich die Sache mal ansehen wollen. Nach eigenem Bekunden auf der Bühne (womöglich im Überschwang der Gefühle) spielt man Cock Rock, so richtig cockig kommt die Sache aber nicht rüber, dafür wirkt die Band dann doch etwas zu unbeholfen und schüchtern. Schlecht sind sie ja nicht, eigentlich genau das richtige, um morgens locker flockig wach zu werden und sich auf den letzten Festivaltag einzustimmen. Aber das war’s dann auch schon. Besonders herausragend ist das hier nicht. Macht aber auch nix. Die Band hat (hoffentlich) Spaß, die Zuschauer haben Spaß und am Ende gibt’s auch noch ein paar Gratis-CDs. Schön. (Anne)

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KADAVAR
Die Berliner Combo KADAVAR war neu für mich, jedoch hatte ich im Vorfeld Nachforschungen betrieben, die mich neugierig machten. Die Band richtete sich die Bühne ein und wirkte etwas schüchtern. Der Soundcheck ließ mich jedoch aufhorchen. Der Sound dieser Dreiercombo war alles andere als gewöhnlich, nein er war sogar alt, sehr alt. So wie Verstärker und Instrumente. Die Jungs jedoch sind jung und langbärtig und voller Musikalität und Gefühl für Melodien und Soundcollagen der siebziger Jahre.
Sie starten mit dem starken „Black Sun“ in ihre Performance – ja, Performance. Sie machen die schwitzigen Rockshows der siebziger Jahre lebendig. Die Energie die von ihnen ausgeht, ist so stark, dass sich der Platz im Nu mit Interessierten füllt. Die Songs sind länger als die der meisten anderen Bands und der erste Song besteht gefühlt fast nur aus dem Gitarrensolo. Jubel brandet auf und die Band startet ohne mit der Wimper zu zucken in den nächsten Song. „Doomsday Machine“ schwappt in einer großen Klangwelle ins Amphitheater. Der Drummer ist so enthusiastisch hinter seinem Kit, dass es einem den Atem beim Zugucken verschlägt. Sänger „Lupus“ verschlägt es ein paar Mal die Stimme, jedoch fällt es nicht unangenehm auf. Basser „Dragon“ zupft im Original Geezer Butler-Stil an seinem Bass. Das Geheimnis sei der Bart, meinen einige umstehende – womöglich. Der Drummer „Tiger“ bearbeitet derart massive sein Drumkit, das ich befürchte, daß er damit vom Podest fliegt. So eine geile Show habe ich echt schon lange nicht mehr gesehen. Er nimmt Anlauf und haut mit Schwung auf die Toms. Die Hi-Hat schwingt im Takt ausladend hin und her. Ganz im Gegensatz zu Sänger „Lupus“, der wie angewurzelt vor seinem Mikro steht. Naja, er ist ja auch mit seiner Gitarre „angeleint“. Trotzdem erzeugen die drei Musiker zusammen eine organisch klingende Zeitreise. Jedoch im Hier und Jetzt und eigenen Songs in diesem Sound. Einfach großartig! Blöd finde ich, dass sie überhaupt keinen Kontakt zum Publikum suchen und auch Ansagen bleiben den begeistert klatschenden Fans verwehrt. Hat man vor dem letzten Song eine Ankündigung, gar ein Danke gehört? Nein, das war sicher Wunschdenken meinerseits. Schon beeindruckend wie die drei scheinbar gleichmütig ihr Set durchziehen. Eventuell sind sie ja doch von einem Paralleluniversum live zugeschaltet? Unter großem Jubel verlassen sie dann nach gefühlt fünf Minuten auch die Bühne, ohne auf die Zugabe-Ruf zu reagieren. Au-wau-wau war anschließend ein viel gehörter Kommentar. Ob das Verhalten jetzt der Unsicherheit oder dem Zeitplan anzulasten ist, bliebt jetzt leider unbeantwortet. Mir hat das jedenfalls bestens gemundet und ich will die definitiv nochmal sehen. (Andreas)

Setlist KADAVAR:
Black Sun
Doomsday Machine
All Out Thoughts
Eye Of The Storm
Creature Of The Demon
Goddess Of Dawn

live 20120622 0211live 20120622 0206

 

ESSENCE
Nach dieser äußerst kernigen und fleischigen Vorlage von KADAVAR haben die Jungspunde von ESSENCE kein leichtes Spiel bei mir mit ihrem simplen Thrash. Es ist mir ein Rätsel, warum so junge Kerle bei dieser Art Musik wie angewurzelt herumstehen.
Außerdem kommt mir die Essenz der Songs, die die Dänen da oben abliefern, äußerst mager vor. Zwanzigmal schon gehört und schlecht umgesetzt. „New Danish Thrash Kids On The Block“ nennen sich die vier selbstbewusst auf ihrer Facebook-Seite. Von Frische oder gar neu kann hier leider keine Rede sein. Gut, ich will mal nicht zu kritisch sein. Es fetzt ab und an ja doch ganz ordentlich und animiert zum mitwippen. Jedoch machen die umstehenden Leute auch keine großartigen Anstalten sich zur Musik zu bewegen, also kann ich mit meinen Eindruck nicht allzu sehr falsch liegen. Der Gesang ist grässlich und liegt oft daneben. Es ist mir ein Rätsel, wie eine dermaßen schwache Combo auf die Liste kommen konnte. Naja, jeder fängt mal klein an. Der Bassist ist jedenfalls klasse, denn er zaubert ein Solo am Beginn von „Blood Culture“, welches sich gewaschen hatte. Den gesehenen und gehörten Rest hake ich einfach Mal unter „glanzlosester Auftritt des Festivals“ ab. (Andreas)

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KRISIUN
Da lohnt es sich doch glatt, sich für KRISIUN in die lichte erste Reihe zu stellen. Denn Viele hatten ESSENCE nicht gerade begeistert. Die sympathischen Brasilianer waren schon zum Soundcheck auf der Bühne und reagierten auf jeden Jubel aus dem Publikum. Die Brüder sind ein Team, das merkt man bei allem was sie anpacken. Ich finde das beeindruckend. Auch wenn ich dem wilden Klanggewitter nicht immer ganz folgen kann, haben sie für immer einen festen Platz in meinem Herzen. Solange sie wissen, was sie da gerade tun, soll es mir auch recht sein. Der Dreier startet mit rasender Geschwindigkeit in Form von „Kings Of Killing“ in seinen Rundumschlag. Ab und an kann ich in den Dankesreden zwischen den Songs von Sänger Alex auch eine Titelankündigung entdecken. „Combustion Inferno“ folgt also als nächstes. Auch höre ich die Ankündigung zu „The Will To Potency“ heraus. Immer wieder faszinierend wie man zu dritt so ein Inferno veranstalten kann. Ich bin mit den neueren Alben nicht so vertraut, jedoch bekommt man zu den Songs immer irgendwie doch Zugang, denn zwischen all dem Geprügel stecken oft verdammt gute Melodien. Zeit für ein Brutal-Death-Metal-Drum-Solo? Klar, das geht immer! Drummer (Mad-) Max drischt exakt wie eine Maschine auf die Felle ein. Danach erstmal was zum Hüftenschwingen. „Dankeschön Deutschlöönd!“ grunzt Alex ins Mikro und freut sich dabei kaputt. Das Massaker ist dann leider auch nach gut vierzig Minuten mit „Blood Of Lions“ zu Ende. Ein Western-Outro begleitet die Band beim Abbauen. Immer wieder strecken sie den erhoben Daumen ins Publikum. So stelle ich mir eine Band vor, die nur wegen der Fans und sonst niemandem soweit gekommen ist. (Andreas)

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SUICIDAL ANGELS
Das können aber auch die SUICIDAL ANGELS aus dem sonnigen Griechenland behaupten. Wer zu dieser Band nicht mit dem Kopf wackelt, muss tot sein! Die mit griechischen Akzent angereicherten Vocals von Bandgründer Nick sind einfach ultrasympathisch. Die Fans sind jetzt hellwach und das Amphitheater bangt kollektiv zu „Bleeding Holocaust“. Der Sound ist wie auch schon bei KRISIUN einwandfrei. Nick verkündet: „Wir sind SUICIDAL ANGELS!“ und neben mir meint eine junge Dame: „Natürlich seid ihr das, wir kennen euch!“ „Reborn In Violence“ wird kräftig abgefeiert und mitgegrölt. Diesen Zuspruch hätte ich so nicht erwartet. Die Band hat über Jahre an ihrem Stil gefeilt, und kann nun die Früchte ihrer Arbeit ernten. Sie hat vor allem ihren Signature-Sound auf die Bühne gerettet, was gerade bei einem Festival nicht einfach ist. Auch hier gibt’s mitten im Auftritt ein Drum-Solo zu bewundern. Mir gefällt sowas ja und ich wünschte, die Bands würden mehr Gebrauch davon machen. Gerade haben sich SUICIDAL ANGELS mit dem letzten Song „Apokathilosis“ warmgespielt, da ist nach wieder nur gut vierzig Minuten schon wieder Schluß. Die Band nutzt die Gelegenheit um nochmal zum Abschluß kräftig Stimmung zu machen.
Dann herrscht scheinbar kurz Chaos in der Technik, denn zum Umbau ertönt „Gimme All You Lovin’“ von ZZ TOP, das jäh mit einem lauten Rumms endet. Egal, wir gehen jetzt erstmal was essen und bewundern die tolle Aussicht auf die Loreley vom Biergarten aus.. Die nächste Band TRESHOLD ist Annes Baustelle und da hatte sie im Vorfeld auch mehrfach und ausdrücklich drauf hingewiesen. Der Sänger kommt aber auch einfach sympathisch rüber. Von der musikalischen Qualität konnte ich mich im WDR-Livestream vom RockHard-Festival in diesem Jahr selbst überzeugen. Also schnell was essen gehen! (Andreas)

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THRESHOLD
Diese Band gehört zu meinen persönlichen Festivalhighlights. Schon das ganze Wochenende freue ich mich auf THRESHOLD. Aus unerklärlichen Gründen ist die Band jedoch noch immer ziemlich unbekannt und so versammeln sich nicht gerade viele Zuschauer vor der Bühne. Schade. Denn die, die nicht da waren, haben wirklich was verpaßt. Die Briten waren wie immer von Anfang an eine Macht. Die Band ist mal wieder bestens aufgelegt und Sänger Damian Wilson (der sich in den letzten Jahren zu einem formidablen Frontmann entwickelt hat und schon beim Soundcheck mit einem liebe- und kraftvoll intonierten „This is only a soundcheck“ begeistert) rennt schon beim zweiten Song „Don’t Look Down“ durch die Ränge und begrüßt das Publikum per Handschlag. Damian fühlt sich sowieso – wie immer – vom Publikum sehr angezogen und sucht immer wieder die Nähe der Zuschauer, stellt sich zur ersten Reihe und klatscht die Leute ab. Und natürlich läßt er es sich nicht nehmen, sich wieder direkt nach dem Auftritt ins Publikum zu stellen und sich mit den Fans zu unterhalten. Für Damian Wilson ist Fannähe wahrlich kein Fremdwort. Aber auch als Animateur macht er eine gute Figur und verspricht den Leuten „The more you sing, the more the sun will shine!“. Und – es funktioniert. Je länger der Auftritt der Briten dauert, desto schöner wird das Wetter. Da kann sich Hannes „G. Laber“ Holzmann von J.B.O., der gedroht hatte, daß die Eisbären sterben, wenn man nicht mitsingt, noch eine Scheibe abschneiden. Die Setlist besteht bis auf „Mission Profile“ ausschließlich aus Songs der letzten beiden Alben. Das macht aber nichts, denn die haben durchweg gute Songs zu bieten. THRESHOLD beweisen, daß man auch mit einem zehnminütigem Song wie „The Rubicon“ auf einem Festival punkten kann und beim Abschluß mit „Slipstream“ singen dann so ziemlich alle Anwesenden mit. Dieser Auftritt war einfach großartig und es ist schade, daß die Band keine längere Spielzeit hatte. Musikalisch fallen sie zwar zwischen den anderen Bands des heutigen Tages etwas aus dem Rahmen, aber das macht nichts. Von THRESHOLD kann man nicht genug kriegen. (Anne)

Setlist THRESHOLD:
Mission Profile
Don’t Look Down
Coda
Ashes
Hollow
The Rubicon
Slipstream

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TURISAS
Und noch eine Band, auf die ich mich schon die ganze Zeit freue. Ich liebe TURISAS. Ich liebe Violinist Olli Vänskä, und das spätestens seit er damals im Cotton Club im Kammgarn Kaiserslautern fragte: “Wollen Sie eine Solo, Deutschland?”. Und den äußerst unterhaltsamen Warlord Nygård liebe ich spätestens seit dem kultigen Konzert im Club Schulz in Mainzweiler. Schade finde ich jedoch, daß es seit dem Ausstieg von Netta Skog keinen Akkordeonspieler mehr in der Band gibt, dafür aber einen Keyboarder. Irgendwie nimmt das der Musik etwas den Zauber. Nicht jedoch den Spaß. Geiger Olli Vänskä macht den Co-Anheizer und animiert das Publikum immer wieder zum Mitmachen, wenn er nicht gerade wie ein Derwisch über die Bühne hopst oder irre in die Gegend stiert (ich sach nur: „Da madness…I can see it in your eyes!“). Auch TURISAS punkten schon beim Soundcheck, bei dem „Cookiiiiiieeeees! Cookies good!“ ins Mikro gegrummelt wird. Da TURISAS mehr eine Partyband sind, können sie auch deutlich mehr Zuschauer vor die Bühne ziehen als THRESHOLD; einige kommen sogar wie die Band geschminkt oder in Fell gehüllt. Aprospos Fell: Wann haben die Finnen eigentlich ihre Felle verloren? In neuem Bühnenoutfit präsentieren sie sich und das ist rot und schwarz. Die schönen Fellstiefel sind verschwunden. Naja. Man kann ja nicht alles haben. Dafür gibt es aber mit „Into The Free“ schon einen Ausblick auf das im Herbst erscheinende neue Album. Und der gute Warlord spricht auch ein paar Wahrheiten in seinen vielen Ansagen an. So sagt er, daß die Leute in Deutschland doch großes Glück haben, daß sie immer und überall Bier trinken können, auch in der Öffentlichkeit, ohne daß sich jemand beschwert. Die Deutschen jammern zu viel, immer wird nur gejammert, aber hier und jetzt gibt es Bier in Massen, die Sonne scheint (während in Finnland immer schlechtes Wetter sei), tolle Bands spielen – es gibt keinen Grund zum Jammern! Und Recht hat er. Entsprechend wird auch „One More“ dem Bier gewidmet – wem auch sonst? Doch im Laufe des Auftritts gerät der Gute in ein echtes Dilemma. Denn er schleppt immer sein Bier mit sich herum und läßt das dann irgendwo stehen. So stellt er dann nach „Stand Up And Fight“ – als er seine Biere wieder eingesammelt hat – fest, daß er nun zwei Bier für nur noch einen verbleibenden Song hat. Was tun? „Ex, Ex, Ex!“ schallt es aus dem Publikum und der lustige Warlord ist davon sichtlich angetan… “Those Germans…you have a solution for everything!“. Und leistet unter lautem Jubel Folge. Jetzt gibt es nur noch ein Bier für den einen Song, aber auch der wird auf Wunsch des Publikums geext. Denn: „Ihr seid jetzt selber schuld. Mein Bauch ist dick und voll, ich kann mich nicht mehr bewegen, jetzt müßt ihr singen!“ Was bei „Battle Metal“ nun aber wirklich nicht schwer fällt. Ich muß ja sagen, daß mir die neuen Sachen von TURISAS auf Platte nicht so gut gefallen, aber live ist die Band immer sehr unterhaltsam. Einen großen Anteil daran hat Mathias Nygård mit seinen sympathischen Ansagen. Damit gehören TURISAS zu den Bands, die man sich einfach immer wieder ansehen kann. (Anne)

Setlist TURISAS:
The March Of The Varangian Guard
Take The Day
To Holmgard And Beyond
The Great Escape
One More
Into The Free
Stand Up And Fight
Battle Metal

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KVELERTAK
KVELERTAK sind vor 3 Jahren mit ihrem selbstbetitelten Debüt eingeschlagen wie eine Bombe. Vor einigen Wochen ist nun ihr zweites Album „Meir“ erschienen. Dessen Cover prangt nun auch als Backdrop auf der Bühne und bietet uns Blümchen, Titten und Vogelscheiße. Was braucht man mehr als alter Romantiker? Sänger Erlend Hjelvik erscheint auf der Bühne mit einer ausgestopften Eule (die man schon im Video zu „Bruane Brenn“ bewundern konnte) auf dem Kopf – naja, wer’s tragen kann. Mit der Eule kann man natürlich nicht so wirklich abgehen, deshalb darf die nach dem ersten Song auch wieder runter und dann geht es rund auf der Bühne des Amphitheaters. Die Norweger legen eine energiegeladene Show hin, die sich gewaschen hat. Und sie schaffen es mühelos, diese Energie auch auf das Publikum zu übertragen, das ordentlich mitgeht. Zum abschließenden „Blodtørst“ springt Sänger Erlend gar von der Bühne und singt direkt vor dem Publikum weiter. Ansonsten gibt es eine gesunde Mischung aus den beiden Alben „Kvelertak“ und „Meir“ zu hören und die Band kennt keine Gnade. Hier geht es von der ersten bis zu letzten Minute ab und das macht richtig Spaß. Zwar waren KVELERTAK nicht ganz so gut wie letztes Jahr auf dem Rock Hard Festival, aber ein super Auftritt war es trotzdem. Gerne wieder. (Anne)

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WINTERSUN
WINTERSUN sind eine Macht (und eine weitere Band des heutigen Tages, auf die ich mich richtig gefreut habe). Das demonstriert Drummer Kai Hahto schon beim Soundcheck, dem ein Teil des Schlagzeugs zum Opfer fällt, was seitens des Publikums mit lautem Jubel bedacht wird. So kann man schon vor dem Auftritt der Band Spaß haben. Los geht es mit zwei neuen Songs, die von den Fans ordentlich aufgenommen werden; größer ist die Begeisterung jedoch bei „Winter Madness“ vom Debüt. Mainman Jari Mäenpää verzichtet auf ausschweifende Ansagen, das geht schließlich alles von der Zeit ab. Und die ist für die Musik des Vierers ohnehin knapp bemessen. Leider wagt sich auch kaum einer der Vier mal auf den Steg zu den Zuschauern heraus, nur Jari schafft es ab und zu, diese Grenze zu überschreiten, was etwas schade ist. Showtechnisch hätte da noch deutlich mehr gehen können, aber das ist bei WINTERSUN ja immer so. „Time“, muß ich sagen, klingt live doch besser als auf CD, wo ich mit den neuen Songs nicht so recht warmgeworden bin. Dennoch freue ich mich über den gelungenen Abschluß des Auftritts mit „Beyond The Dark Sun“ und dem genialen „Starchild“. Wobei – jetzt ist man grade richtig drin und könnte locker noch eine Stunde WINTERSUN mitmachen – da ist der Auftritt der Band auch schon zu Ende. Schade. Die Truppe konnte das Amphitheater gut füllen und es herrschte eine super Stimmung – auch ohne Anheizen von Seiten der Band, was zusätzlich für ihre Qualitäten spricht. (Anne)

Setlist WINTERSUN:
Sons Of Winter And Stars
Land Of Snow And Sorrow
Winter Madness
Time
Beyond The Dark Sun
Starchild

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SAXON
Nach all den “neumodischen” Bands wird es jetzt klassisch. Richtig klassisch. SAXON kommen aus England und bringen uns feinsten NWOBHM-Stoff. Als Co-Headliner können sie richtig viel Publikum ziehen. SAXON gehören aber auch zu den Bands, die man einfach mal gesehen haben sollte und das denken sich wohl die meisten, denn das Amphitheater ist richtig proppenvoll. Die Band macht vom ersten Song an Stimmung und Frontmann Biff Byford steht nicht eine Sekunde still, was einen als Fotograf schon mal zur Verzweiflung treiben kann. Vom Steg macht er ausgiebig Gebrauch und sucht damit oft den Kontakt zum Publikum, das ihm aber sowieso aus der Hand frißt. Wie alt SAXON wirklich sind, wird einem bewußt, als Herr Byford über vergangene Konzerte schwadroniert und ankündigt, daß mit „747 (Strangers In The Night)“ nun ein Song gespielt wird, den die Band 1981 zum letzten Mal auf der Loreley gespielt hat. Hölle! Da konnte ich grade mal Köpfchen heben und die Windeln vollmachen… Nichtsdestotrotz ist die Band live eine Macht und wenn die Zuschauer nicht genug Action für einen Herrn Byford bringen, dann werden sie auch gerne mal mit „Fucking headbangen, Deutschland!“ angefeuert. SAXON gehören nicht zu meinen Lieblingsbands, das werden sie auch nie. Aber live ist der Fünfer mit dem sympathischen Sänger einfach immer wieder ein Genuß. (Anne)

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SUBWAY TO SALLY
Wie schon im letzten Jahr, so wird auch jetzt das Festival von einer Mittelalter-Metalband beschlossen. Dieses Mal sind es SUBWAY TO SALLY, die neben jeder Menge guter Songs auch viel Feuer und Bummbumm versprechen. Anders als IN EXTREMO müssen sie dazu aber nicht den ganzen Fotograben blockieren. Wie auch immer, die Band spaltet mich heute so ein bißchen. Denn man versucht, möglichst viele Songs in der Setlist unterzubringen und greift daher auf Medleys zurück. Ganze drei Stück gibt es davon im Laufe des Auftritts. Jetzt sind Medleys ja schön und gut, aber ich hätte lieber die entsprechenden Songs in ganzer Länge gehört und dafür dann auf den ein oder anderen verzichtet. Ansonsten bietet die Setlist aber nicht viel Ansatz zum Meckern; es geht quer durch die Bandgeschichte und neben neueren Songs wie „Das schwarze Meer“ (zu dem sich Eric Fish im Stagediven versucht, was aber an der Loreley zum Scheitern verurteilt ist (und außerdem faß‘ ich den nicht mehr an, der hat wirklich nix an unterm Rock)) oder „Besser du rennst“ gibt es auch die ganz alten Bandklassiker wie „Henkersbraut“, „Mephisto“, „Ohne Liebe“ oder den „Veitstanz“. Nicht zu vergessen natürlich auch „Kleid aus Rosen“, das unverzichtbar zur Setlist gehört. Sehr schön übrigens, daß SUBWAY TO SALLY die einzige Band sind, die noch Ahnung von deutscher Grammatik hat. Fragten alle anderen deutschen Bands stets „Seid ihr mit uns“ und sind meine Fußnägel schon ganz elastisch vom vielen Aufrollen, so fragen die Potsdamer „Seid ihr bei uns?“ Ja, gerne! Und bitte auf dem nächsten Festival allen anderen deutschen Bands Grammatiknachhilfe geben! Dann, zum Ende hin, als Eric Fish anscheinend von den Dämpfen und Gerüchen der Pyros etwas benebelt ist (insbesondere zu „Tanz auf dem Vulkan“ wird offenbar versucht, die Kulisse möglichst authentisch nachzubilden) und in seinem Wahn behauptet, Bodensky sähe aus wie die Loreley (welcher Fischer läßt sich denn von einer solch haarigen Loreley verzaubern?), da packt man die richtig alten Schoten aus, mit denen niemand gerechnet hat. Anläßlich des 20jährigen Bandjubiläums, das man eigentlich schon im letzten Jahr gefeiert hat, gibt es auch noch ein Stück vom zweiten Album „MCMXCV“, nämlich „Carrickfergus“. Da lacht das Fanherz. Eigentlich soll danach Schluß sein, Eric Fish begründet dies damit, daß auch Peter Maffay morgen noch auf der Loreley spielen möchte und man nun mal um 0:00 Uhr Schluß machen müsse. Doch mehrere Minuten vom kompletten Publikum gesungenes „Julia und die Räuber“ holt die Band auf die Bühne zurück. Damit hat kaum noch jemand gerechnet und die Ränge haben sich geleert. Macht aber nix, der Song wird trotzdem ein Fest. Und so gehören die letzten Töne des diesjährigen Metalfests an der Loreley dem Publikum. Denn das singt auch noch, als SUBWAY TO SALLY schon nicht mehr auf der Bühne stehen. (Anne)

Setlist SUBWAY TO SALLY:
Eisblumen (Intro)
Das Schwarze Meer
Henkersbraut / Falscher Heiland / Knochenschiff (Medley)
Das Rätsel II
Liebeszauber
Wenn Engel hassen
Mephisto / Unsterblich (Medley)
Kleid aus Rosen
Tanz auf dem Vulkan
Besser du rennst
Sieben
Ohne Liebe / Veitstanz (Medley)
Carrickfergus
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Julia und die Räuber

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